Bundesministerien werfen mit Daten um sich.

Folgende Schlagzeile habe ich heute Morgen gelesen: „Über 500 Computer aus Ministerien verschwunden“. Auf diesen Computern und weiteren „verschwundenen“ Datenträgern wie USB-Sticks, Smartphones, CDs und so weiter befinden sich sensible Daten, sogar geheime Daten des Verteidigungsministeriums.

Die Welt berichtet:

Allein von 2005 bis 2007 sind in Bundesministerien und anderen Behörden 189 PCs und 326 Laptops verschwunden, davon 46 im Ausland. Außerdem gingen 271 Handys und Taschencomputer sowie 38 Speichersticks, CD und DVD mit Daten verloren oder wurden gestohlen. Der Wert der fehlenden Geräte beziffert das Innenministerium auf rund 540.000 Euro.

„Es ist ein Skandal, wenn die Regierung noch nicht einmal für die Sicherheit ihrer Informationen sorgen kann, die sie mit ihrer grenzenlosen Datensammelwut zusammen trägt“, sagte Thiele der Zeitung. So sollen auf einem gestohlenen Laptop des Bundesamtes für Zivildienst Adressdaten von 1200 Zivildienstleistenden gespeichert gewesen sein, berichtete die Zeitung. Zudem fehlten mindestens zwei Regierungshandys mit Geheimnummern von Ministern. Auf fünf Datenträgern des Verteidigungsministeriums seien Informationen der Vertraulichkeitsstufen „VS-Vertraulich“ und höher gespeichert gewesen.

Nach dem Bekanntwerden der Datenverluste will nun auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Ermittlungen aufnehmen. Die Behörde verlangt eine Meldepflicht für sensible Datenverluste bei Ämtern und Unternehmen.

Der Sprecher des Bundesbeauftragten für den Datenschutz, Dietmar Müller, sagte der Zeitung: „Die Vorfälle zeigen, wie wichtig, eine Meldepflicht für solche Datenverluste ist, damit wir ermitteln können.“

Es ist einfach nur unvorstellbar, wie offen die Behörden mit unseren Daten umgehen. Wie kann es angehen, dass „mal eben“ ein Computer oder Laptop mit sensiblen Daten verschwindet und keinen Kümmerts? Man Bedenke die Auswirkung auf Schäubles Terrorpolitik: In seinem geplanten Überwachungsstaat werden nicht nur Telefon- und Internetverbindungen protokolliert, sondern auch Daten mit Hilfe des Bundestrojaners von Privat-PCs geklaut. Das ist schon Grund genug an seiner Kompetenz zu zweifeln, doch die größere Sorge ist noch: Was wenn Verbrecher an diese Daten kommen, weil mal eben ein Computer „verschwindet“? Ich persönlich möchte nicht, dass ein Verbrecher einfach so mal eben ein Image meiner Festplatte bekommt und alle meine privaten Daten auslesen kann. Mit anderen Worten: Der Staat baut große Scheiße!

Quelle: http://www.welt.de/politik/article1918209/ber_500_Computer_aus_Ministerien_verschwunden.html

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~ von v3rtico - April 20, 2008.

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