Cray Research Incorporation

Cray Research Inc. ist ein Unternehmen, welches seit 1972 Super Computer herstellt. Ihren ersten Super Computer lieferten Sie 1976. Über die Leistung des Computers kann man zwar heute nur lächeln, damals war es jedoch einer der schnellsten Computer der Welt. Der „Cray-1“, so nannte man ihn, hatte eine Speichergröße von 8MB und eine Taktfrequenz von 80MHz.

Im Jahr 2000 hat sich die Tera Computer Company dem Unternehmen angeschlossen. Das neueste und sehr bekannte Projekt von Cray Research Inc. ist der „Road Runner“, der erste PetaFLOP-Computer der Welt und damit auch der schnellste Computer der Welt.

Stephan Finsterbusch von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat den Vorstand des Unternehmens, Peter Ungaro und Steve Scott zum Thema Super Computer Interviewed.

Wozu brauchen wir millionenteure Supercomputer, die im Bruchteil einer Sekunde Berechnungen ausführen?

Peter Ungaro: Fortschritte in Wissenschaft und Forschung sind ohne starke Rechner nicht mehr machbar. Mit Hochleistungsrechnern kann man Realitäten simulieren und hochkomplexe Vorgänge in der Natur nachgestalten, die wichtig zum Verständnis der Abläufe sind. Die entscheidende Frage dabei ist, wie gut können wir die Realität heute schon abbilden und simulieren. Denn das kann wichtig für weitreichende Entscheidungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sein.

Steve Scott: Nehmen Sie die Erderwärmung: Wir wissen, dass sich das Klima ändert. Dank der Supercomputer wissen wir aber auch, wie sich diese Veränderungen auf einzelne Regionen auswirken. Das ist wichtig, um heute die richtigen Schritte einzuleiten und morgen nicht in der Sackgasse zu stehen. Nehmen Sie auch den Flugzeugbau: Boeing entwickelte die Flügel für den neuen 787 mit Hilfe eines Cray-Supercomputers, führte immer wieder Simulationen zum Flugverhalten durch, verbesserte die Eigenschaften und sparte dadurch viel Geld.

Supercomputer sind in den vergangenen zehn Jahren wieder in Mode gekommen. Wie schätzen sie die momentane Lage der Branche ein?

Peter Ungaro: Diese Industrie ist ziemlich schwierig und hart umkämpft. Denn wir sprechen hier von einem vergleichsweise kleinen Markt mit einem Umsatzvolumen von kaum 11 Milliarden Dollar im Jahr. Allein auf dem Markt für Netzwerkrechner werden mehr als 50 Milliarden Dollar umgesetzt. Superrechner sind aufgrund ihrer Leistung und ihres Preises von oft vielen Millionen Dollar sehr exklusiv und prestigeträchtig. Vor allem aber sind sie etwas sehr Notwendiges. Das zieht mächtige Konkurrenten an.

Steven Scott: Dabei ist das untere Ende unseres Marktes mittlerweile von Standardmaschinen geprägt, in denen oft Steuer- und Speicherbausteine eingebaut sind, die sich einzeln oder im System auch in besseren Heimcomputern befinden können. Cray hat da einen etwas anderen Ansatz als andere.

Welchen?

Peter Ungaro: Wir haben den Anspruch, die Besten zu sein. Daher zielen wir mit unseren Produkten ausschließlich auf die oberste Leistungsebene der Industrie. Wir machen Maschinen, die technisch gesehen an der Spitze der Entwicklung stehen. Dieses Marktsegment hat innerhalb der Branche ein Volumen von vielleicht 2 Milliarden Dollar im Jahr. Das ist der Bereich, in dem die Zukunft entworfen wird. Wir bauen also schon heute die Computertechnik von übermorgen.XXX

Sie haben mit IBM, NEC und Hewlett-Packard finanzstarke Konkurrenten, die nicht nur viel größer sind, sondern auch technisch aufrüsten. IBM hat gerade mit dem Roadrunner-Supercomputer die Hürde von einer Billiarde Rechenoperationen in der Sekunde genommen. Könnte Cray da nicht über kurz oder lang auf der Strecke bleiben?

Peter Ungaro: Das glaube ich nicht. Es ist zwar richtig, dass wir starke und sehr fähige Wettbewerber haben. Doch das lässt uns nicht von unseren Zielen abrücken. Einerseits arbeiten wir mit Partnern wie AMD oder TSMC zusammen. Andererseits werden wir noch in diesem Jahr eine erste Maschine für das amerikanische Energieministerium vorstellen, die ebenfalls eine Billiarde Rechenoperationen in der Sekunden ausführen kann, aber produktiver arbeitet als der Computer von IBM. Im kommenden Jahr stellen wir dann ebenfalls in Amerika einen zweiten Supercomputer vor, der zumindest die Grenze von einer Billiarde Operationen in der Sekunde erreicht. Wir sind zwar klein, aber nicht zu unterschätzen.

Was kann Ihr neuer Höchstleistungsrechner noch außer einfach nur schnell rechnen?

Steven Scott: Wir haben vor einiger Zeit ein System der Prozessorenanordnung entwickelt, das deren Spezialisierung auf bestimmte Rechenoperationen je nach Anforderung gezielt ausnutzt. Das macht sie vielfältig einsetzbar und relativ effizient.

Cray steckt seit vier Jahren in der Verlustzone, und der Aktienkurs ist momentan auf Talfahrt. Wird sich das auf absehbare Zeit ändern?

Peter Ungaro: Das wird sich sehr bald ändern. Wir werden in den kommenden Monaten die Gewinnschwelle nehmen. 2008 ist für uns das Jahr der Wende. Wir haben in den vergangenen beiden Jahren bereits einen positiven operativen Mittelzufluss hinbekommen, und wir sind nicht von unserer Linie abgegangen, jedes Jahr etwa 100 Millionen allein in unsere Forschung und Entwicklung zu stecken. Das wird sich nun auch in der Gewinnrechnung auszahlen. Darüber hinaus sind wir mittlerweile regional sehr breit aufgestellt. Vor fünf Jahren verkauften wir unsere Geräte ausschließlich in Amerika. Heute machen wir 50 Prozent unseres Umsatzes im Ausland.

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~ von v3rtico - Juni 19, 2008.

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