Adios, Adios Microsoft

Bill Gates hatte gestern seinen letzten Arbeitstag bei dem Softwarekonzern „Microsoft“. Nun hat er sich komplett aus dem Geschäft, welches er 1975 zusammen mit Paul Allen aufgebaut hat, zurückgezogen und will sich laut eigener Aussage nun mehr um seine „Bill and Melinda Gates Foundation“ kümmern.

Die Stiftung leistet unter anderem Entwicklungshilfe, unterstützt die Versorgung Aidskranker in Botswana und stellt Finanzielle Mittel für impfprogramme in indien und Afrika zur Verfügung. Außerdem finanziert Sie Forschungen in der Pharmaindustrie, um Krankheiten wie Aids bekämpfen zu können.

Bereits im Jahr 2000 hat Steve Ballmer den Vorstand des Softwareriesens Microsoft übernommen. Der Sohn des Schweizer Einwanderers Karl Ballmer wuchs Steve in Detroit auf und studierte in den 70er Jahren an der Harvard Universität, wo er auch Bill Gates kennen lernte. Der auch als „Monkeyboy“ bezeichniete Steve ist vor allem für seine extravertierten Auftritte auf Veranstaltungen bekannt. So musste er sich bereits einmal einer Stimmband-OP unterziehen, nachdem er auf einer Veranstaltung zu oft „Microsoft“ gerufen hatte.

Bill Gates und Steve Jobs sind in der Computerbranche die bekanntesten Männer der Welt. Natürlich bekommt man mit so viel Ruhm auch viel Kritik. So wurde Bill Gates Zeitweise vorgeworfen, ein illegales Monopol mit Microsoft anzustreben oder mit seiner Stiftung unlauteren Handel zu betreiben.

Auch Zitate wurden ihm in den Mund gelegt, welche er nie ausgesprochen habe. Das berühmteste dieser Zitate ist wohl „640 kB ought to be enough for anybody„, also „640 kB sollten genug für jedermann sein„.

Doch seine Zitate dokumentieren auch, dass er stolz auf die Erfolgsgeschichte des Unternehmens ist und dazu steht. So sagte er im oktober 2004 in einem Museum in Mountain View zum Beispiel „Microsoft hatte in der Vergangenheit klare Konkurrenz. Zum Glück gibt es Museen, die das dokumentieren.“

Auch Linus Torwalds hatte sich einst zu Bill Gates geäußert und die Frage, was er gerne einmal zu Bill Gates sagen würde, wie folgt beantwortet: „Ich habe kein Interesse an der Sache, in der er der Beste der Welt ist. Und er hat kein Interesse an der Sache, in der vielleicht ich der Beste der Welt bin. Ich könnte ihn geschäftlich nicht beraten und er könnte mich technisch nicht beraten.“

Vor 30 Jahren mischte sich Bill Gates erstmals in die Computerbranche ein. Damals ein Nerd wie aus dem Bilderbuch, grau gemustertes Hemd, 70er Jahre Frisur, schlaksige Figur schrieb er eine Basic-Implementierung für den MITS Altair 8800. Das dies der Anfang einer Karriere ist, in welcher er sich als Multimilliardär mit 52 Jahren zur Ruhe setzt, daran dachte damals niemand.

Als er dies nun gestern tat, verabschiedete sich Steve Ballmer in Tränen von seinem ehemaligen Vorgesetzten. „Ich weiß nicht, wie ich Bill danken soll. Bill ist der Gründer, Bill ist der Anführer. Das hier ist sein Baby

Und zu guter Letzt räumte Bill einen Umstand ein, welcher für die Computerwelt schon vorher klar war und sich durch die gescheiterten Übernahmeversuche von Yahoo nur verdeutlichte: „In der Software-Branche muss man die Wendungen der Straße im Voraus ahnen. Wir haben die Themen Suche und Werbung im Internet verpasst.

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~ von v3rtico - Juni 28, 2008.

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